<Die k.u.k. Sappeure im Ersten Weltkrieg

Home Information über die Homepage Österreich-Ungarn und der 1. Weltkrieg Italien mit Österreich-Ungarn im 1. Weltkrieg Chronologie des 1. Weltkrieges Kriegs Kalender Die österreichisch-ungarische Armee Feldherrn und Persönlichkeiten Der Gebirgskrieg Die Tiroler Front und der Minenkrieg Die Kärntner Front Die Festungen und Forts Die österreichisch-ungarische Aritllerie Die k.u.k. Sappeure Die k.u.k. Feldjäger Die k.k. Gebirgstruppe Die Kaiserjäger Die Tiroler Landesschützen-Kaiserschützen Standschützen und freiwillige Schützen Die k.u.k. Regimenter Die Hoch und Deutschmeister Die Bosniaken Das Deutsche Alpenkorps Die italienischen Alpini Die Schlachten am Isonzo Karfreit-Caporetto-Kobarid Die Schlacht an der Piave Die Schlacht von Vittorio Veneto Die Kriegsfolgen und die Opferbilanz Der Friedenvertrag von St. Germain 1. Republik - Nachkriegsordnung - Deutschösterreich Südtirol und der Kampf um Selbstbestimmung Reiseberichte Museen und Friedenswege Photos, Bilder und Karten Bibliothek Links und Bannertausch Gästebuch

Translate this PAGE with Google

Die k.u.k. Sappeure:


Geschichte:

Bis zum 1. Oktober 1912 existierte diese Truppe noch nicht, die ihr künftig zufallenden Aufgaben waren bis dahin von den Pionieren wahrgenommen worden. Die Pioniere waren bisher mit allen im Feld- und Festungskrieg, sowohl auf dem Wasser als auch auf dem Land durchzuführenden Arbeiten betraut gewesen. Für den speziellen Festungskrieg hatte man die jeweiligen 5. Kompanien der Pionierbataillone nach diesen Bedürfnissen ausgerüstet und ausgebildet; diese Kompanien mussten jedoch auch noch am allgemeinen Pionierdienst teilnehmen, wenn auch nur in eingeschränktem Ausmaß. Auf Grund der Erfahrungen der letzten außereuropäischen Kriege, sowie des rasanten Fortschritts der Militärtechnik, insbesondere der Artillerie, fasste man im k.u.k. Kriegsministerium den Entschluss zur Reform der Pioniertruppe. Man wandelte daher die bisherigen 15 Pionierbataillone in 14 Sappeur- und acht Pionierbataillone um, wobei für den Brückenbau und Flussminenkampf ein zusätzlicher Kaderverband errichtet wurde. Bedingt durch diese Teilung hatte die Sappeurtruppe künftig den Landdienst zu übernehmen. Dieser betraf die technischen Arbeiten des Festungskrieges, der Feldbefestigungen, Sprengwesen, Bau von Notbrücken aller Art, Eisenbahninstandsetzung, Straßen und Telegraphenbau. Im Laufe des Krieges kamen noch die Gesteinsbohrtrupps hinzu, die durch das Minieren im Kleinen Lagazuoi, dem Col di Lana und dem Monte Pasubio auf das Kriegsgeschehen erheblichen Einfluss genommen haben.

Die Verdienste dieses Truppenteils bzw. seiner Vorgängerformationen zeigt sich darin, dass in den Jahren bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges an Offiziere dieser Waffe allein elf Kommandeurskreuze und 43 Ritterkreuze des Militär-Maria-Theresienordens verliehen wurden.
Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens wurden die Sappeure bei Hochwasserkatastrophen herangezogen. 1913 leisteten Detachements der Bataillone Nr. 1, 7, 10, 11, 12 und 13 der Bevölkerung in Ungarn, Kroatien, Galizien und Bosnien wertvolle Dienste.

Aufgaben:

Dass die Sappeurtruppe, wenn auch zunächst nur als Hilfstruppe bezeichnet, tatsächlich eine moderne Kampftruppe der ersten Linie war, zeigt sich bei einem Vergleich mit ihrer Vorgängerin, der Genietruppe früherer Jahre. Diese Genietruppe war nur ein Verfügungsverband, der den Erfordernissen entsprechend von den verschiedenen Armeegruppen angefordert und eingesetzt wurde. Die Sappeurbataillone hingegen waren bereits als Stammtruppenteil jeweils einem Armeekorps zugewiesen und hatten in vorderster Linie offensiv an den Kampfhandlungen teilzunehmen. Aufgabe hierbei war es, der Truppe durch den Bau von Notbrücken und Stegen sowie durch Wegräumen von Hindernissen den Weg zu bahnen, als auch, falls erforderlich, Feldbefestigungen anzulegen. Wenn auch der sog. Wasserdienst (Schwimmbrücken) nicht die Aufgabe der Sappeurtruppe war, musste sie auch hier wenigstens ansatzweise tätig werden können. Die Bedienung des Kriegsbrückenmaterials und der schwimmenden Übersetzmittel war zwar der Pioniertruppe vorbehalten, jedoch der Bau von Notbrücken und der sog. Eisenbahnprovisorien (Eisenbahnbehelfsbrückenbau durch Instandsetzung von gesprengten Eisenbahnbrücken) fiel in den Aufgabenbereich der Sappeure, da die Eisenbahner (k.u.k. Eisenbahnregiment) wegen fehlender Personalresourcen zu letzterem oftmals nicht in der Lage gewesen wären.

Die Offiziere mussten nicht nur auf allen Gebieten der Ingenieurswissenschaften (zum Erreichen der Stabsoffiziersgruppe hatten sie ein Ingenieurstudium vorzuweisen) und deren praktischen Anwendungen auf die Kriegstechnik bewandert sein, auch Improvisationstalent und rasche Auffassungsgabe waren für einen Sappeuroffizier unerlässlich.

Sappeurinspektionskommandos:

  • Budapest: Sappeurinspizierender: Oberst Vinzenz Ströher (Sappeur-Bataillone 5/7/12/13)
  • Graz: Sappeurinspizierender: Oberstleutnant Andreas Hackenberger (Sappeur-Bataillone 2/3/4/5)
  • Innsbruck: Sappeurinspizierender: Oberst Balthasar Stephan (Sappeur-Bataillone (8/9/14)
  • Przemysl: Sappeurinspizierender: Oberstleutnant Josef Nechleba (Sappeur-Bataillone 1/10/11)

Wahlspruch:

Der Wahlspruch der Sappeure bezieht sich auf die beiden bei der Verteidigung von Malborghet und Predilsattel im Jahre 1809 gegen Napoleonische Truppen gefallenen Ingenieurhauptleute Johann Hermann von Hermannsdorf und Friedrich Hensel (Hauptmann).
Er lautet:
„Ihnen strebet nach! Erreichen könnt ihr sie, übertreffen nicht!“

Uniformierung:

Die Uniform und Ausrüstung richtet sich nach den Pionieren. Einziger Unterschied war die Egalisierung. Die Sappeure trugen kirschrote Parolis anstelle dem Stahlgrün der Pioniere.


Die Sappeurbataillone:

  • Sappeurbataillon Nr. 1
    Errichtet: 1912 - I. Korps - 24. Infanterie-Brigade Nationalitäten: 50% Polen - 23% Deutsche - 23% Tschechen - 4% Andere Garnison: Krakau (Pionierbataillons-Barackenkaserne)
    Kommandant: Major Vinzenz Reimer Bataillonssprachen: Polnisch, Deutsch,
    Tschechisch
  • Sappeurbataillon Nr. 2
    Errichtet: 1912 - II. Korps - 50. Infanterie-Brigade Nationalitäten: 82% Deutsche - 18% Andere
    Garnison: Krems
    Kommandant: Major Rudolf Herkner Bataillonssprache:Deutsch




   
  • Sappeurbataillon Nr. 3
    Errichtet: 1912 - III. Korps - 56. Infanterie-Brigade Nationalitäten: 48% Deutsche - 45% Slowenen - 7% Andere
    Garnison: Görz
    Kommandant: Major Leo Maschek
    Bataillonssprachen: Deutsch, Slowenisch



  • Sappeurbataillon Nr. 4
    Errichtet: 1912 - III. Korps - 12. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 20% Deutsche - 74% Magyaren - 6% Andere
    Garnison: Villach Ersatzkompaniekader in Budapest, Maria-Theresia-Kaserne
    Kommandant: Major Franz Wagner Bataillonssprache: Ungarisch


   
  • Sappeurbataillon Nr. 5
    Errichtet: 1912 - V. Korps - 66. Infanterie-Brigade Nationalitäten: 40% Deutsche - 32% Magyaren -
    23% Slowenen - 5% Andere
    Garnison: Komarom
    Kommandant: Major Friedrich Jobst v. Ruprecht
    Bataillonssprachen: Deutsch, Ungarisch



  • Sappeurbataillon Nr. 6
    Errichtet: 1912 - III. Korps - 55. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 72% Magyaren - 28% Andere
    Garnison: Pola (Ersatz in Komarom)
    Kommandant: Major Karl Müller
    Bataillonssprachen: Ungarisch




   
  • Sappeurbataillon Nr. 7
    Errichtet: 1912 - VII./ XIII./ XV. Korps - 55. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 53% Magyaren - 25 % Deutsche - 22% Andere
    Garnison: Sarajevo (Ersatz in Szeged)
    Kommandant: Major Rudolf Conrad
    Bataillonssprachen: Ungarisch, Deutsch




  • Sappeurbataillon Nr. 8
    Errichtet: 1912 - XIV. Korps - 96. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 73% Tschechen - 26 % Deutsche - 1% Andere
    Garnison: Rofreit (Karolinenthal)
    Kommandant: Oberstleutnant Franz Schmidt
    Bataillonssprachen: Tschechisch, Deutsch





   
  • Sappeurbataillon Nr. 9
    Errichtet: 1912 - XIV. Korps - 96. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 66% Tschechen - 31 % Deutsche - 3% Andere
    Garnison: Riva del Garda (Ersatz in Theresienstadt)
    Kommandant: Major Joseph Lichtblau
    Bataillonssprachen: Tschechisch, Deutsch

  • Sappeurbataillon Nr. 10
    Errichtet: 1912 - X. Korps - 47. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 50% Polen - 30 % Ruthenen - 20% Andere
    Garnison: Przemysl
    Kommandant: Major Joseph Hnevkovsky


   
  • Sappeurbataillon Nr. 11
    Errichtet: 1912 - XI. Korps - 21. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 32% Polen - 48 % Ruthenen - 20% Andere
    Garnison: Lemberg (Kleparowska)
    Kommandant: Oberstleutnant Hugo Haluska
    Bataillonssprachen: Polnisch, Ruthenisch




  • Sappeurbataillon Nr. 12
    Errichtet: 1912 - XII. Korps - 69. Infanterie-Brigade Nationalitäten: 50% Magyaren - 36 % Rumänen - 14% Andere
    Garnison: Gyulafehervar
    Kommandant: Major Zdenko Dvorak
    Bataillonssprachen: Ungarisch, Rumänisch



   
  • Sappeurbataillon Nr. 13
    Errichtet: 1912 - XIII. Korps - 13. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 86% Serben/Kroaten - 14% Andere
    Garnison: Esseg
    Kommandant: Major Otto Jenker
    Bataillonssprachen: Serbokroatisch



  • Sappeurbataillon Nr. 14
    Errichtet: 1912 - XIV. Korps - 121. Infanterie-Brigade
    Nationalitäten: 98% Deutsche - 2% Andere
    Garnison: Festung Trient (Ersatz in Linz)
    Kommandant: Major Ferdinand Korb
    Bataillonssprachen: Deutsch



(Teile aus wikipedia)  

 
http://www.gratis-besucherzaehler.de/